
Am vergangenen Wochenende haben wir wieder Synchron gebacken und Zorra hat sich einmal mehr etwas ganz tolles ausgesucht. Wir haben Kolatschen nach dem Rezept von Wordloaf gebacken. Jetzt geht es euch sicher wie mir und ihr könnt euch darunter noch nichts vorstellen. Kolatschen sind ein traditionelles süsses Gebäck aus Tschechien. Sie bestehen aus einem weichen Hefeteig und werden als kleine runde Küchlein gebacken. In der Mitte befindet sich eine Füllung, zum Beispiel aus Äpfeln. Die Apfelfüllung wird meist aus fein geschnittenen oder geriebenen Äpfeln zubereitet und mit Zucker und etwas Zimt abgeschmeckt. Sie werden noch mit Streuseln oder einem Butterrand verfeinert und warm oder kalt gegessen.
Wie fast immer konnten wir wählen ob wir mit einer Übernachtgare oder einer Direktgare backen wollten. Meine Idee wäre ja gewesen den Teig und die Füllung zu machen und dann über Nacht auf den kühlen Balkon zu stellen. Das hat nicht geklappt weil wir hier Minusgrade hatten. Wie so oft war nämlich der Kühlschrank zu voll um noch eine Schüssel mit Teig und eine Schüssel mit der Füllung reinzustellen. Es gibt ja noch Plan B, und der war ich mache das Mehlkochstück am Vorabend und stelle das nach dem Abkühlen abgedeckt in den Kühlschrank. Ein kleines Plätzchen hat sich dafür noch gefunden. Ein Mehlkochstück, auch Tangzhong genannt, verbessert die Textur und die Frischhaltung. Das Gebäck bekommt eine weichere Kruste und eine fluffigere Krume.
Am Rezept selber habe ich eigentlich gar nicht so viel geändert. So habe ich für den Teig mit der Direktgare einfach etwas weniger Hefe genommen und einen Teil vom hellen Mehl durch Dinkelvollkorn ersetzt. Dinkelvollkorn einfach weil das noch verbraucht werden musste. Wenn kein Dinkel vorhanden ist geht aber auch Weizenvollkornmehl. Nachdem ich die Butter unter geknetet hatte war der Teig total weich und klebrig und ich wusste das wird so nichts. Also habe ich noch etwas Mehl dazu gegeben und dann war der Teig händelbar. Mehl dazugeben sollte man ja eigentlich nicht, denn sonst müsste man alle weiteren Teigzutaten auch wieder anpassen. Ich habe es jetzt einfach so gelassen.
Da ich nicht mehr genügend Äpfel hatte, habe ich einfach den fehlenden Teil durch Rosinen ersetzt. Zuerst dachte ich ja es sei viel zu viel Füllung, aber das war genau richtig. Dann ging es ans Mulden machen. Vorgesehen wäre es gewesen den Boden von einem Glas zu bemehlen und so eine Mulde einzudrücken. Das klappte bei mir nicht, es klebte alles am Glasboden. So habe ich jeden Teigling bemehlt und dann das mit dem Glas gemacht. Yeah, das war perfekt.
Die Mulden mit der Apfel Rosinen Füllung gefüllt und grosszügig die Streusel darüber verteilt. Auch wenn ich dachte ich hätte die Kolatschen mit genügend Abstand aufs Blech getan so berührten sie sich doch und sind etwas zusammengebacken. Schon während dem Backen duftete es so köstlich und das waren sie dann auch nach dem Backen. Liebe Zorra, einmal mehr danke für die tolle Rezept Wahl. Ganz am Ende verlinke ich euch noch alle die mitgebacken haben.
Zutaten
Für das Mehlkochstück (Tangzhong)
130 g Wasser (kalt)
30 g Weizenmehl 812
Die beiden Zutaten in eine kleine Pfanne geben

und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Weiter kochen und rühren bis die Masse eine puddingartige Konsistenz hat.

In eine kleine Schale umfüllen und mit Frischhaltefolie abdecken. Die Masse bei Raumtemperatur abkühlen lassen und dann bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.
Für den Teig
2 Eier (Grösse M)
2 Eigelb
30 g Zucker
10 g Frischhefe
230 g Weizenmehl 812
100 g Dinkelmehl Vollkorn
115 g Butter (kalt, in kleinen Stücken)
3 g Salz
Für die Füllung
600 g Äpfel (geschält, entkernt und in etwa 1,5 Zentimeter grosse Stücke geschnitten)
80 g Rosinen
50 Rohrohrzucker
60 g Wasser
20 g Zitronensaft
1 g Zimt
1 Prise Salz
15 g Speisestärke
10 g Wasser
Für die Streusel
70 g Weizenmehl 812
30 g Haferflocken
50 g Vanillezucker (selbstgemacht/alternativ Zucker und ¼ Mark von Vanillestängel)
40 Butter (flüssig)
10 g Wasser
Finish
1 Ei verquirlt
Zubereitung
Die Eier, Eigelb, Tangzhong, Zucker und Hefe in eine Knetschüssel geben

und mit dem Schwingbesen aufschlagen. Dann das Mehl dazugeben

und mit dem Knethaken solange auf kleiner Stufe vermischen bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind. Das ganze abgedeckt 20 Minuten ruhen lassen.

Das Salz und die Butter auf mittlerer Knetstufe unterkneten. Das geht am besten, wenn man die Butter Etappenweise unterknetet. Den Teig abgedeckt 120 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen und nach 45 Minuten den Teig dehnen und falten.

In dieser Zeit die Füllung und Streusel vorbereiten. Dazu die Apfelstücke, Wasser, Zucker, Zitronensaft, Zimt und Salz in eine grosse beschichtete Pfanne geben

und unter regelmässigem rühren bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Äpfel fast weich sind. Dann in einer kleinen Schüssel die Speisestärke und das Wasser vermischen und in die Pfanne zu den Äpfeln geben. Unter ständigem rühren köcheln lassen bis die Apfelfüllung eindickt.

Alles in eine Schüssel geben und bei Raumtemperatur abkühlen lassen.

Dann die Streusel vorbereiten. Dazu die Butter in einem kleinen Pfännchen bei niedriger Hitze schmelzen. In einer Schüssel die trockenen Zutaten gut vermischen,

dann die flüssige Butter und das Wasser dazugeben und verrühren bis sich Klumpen bilden. Bis zur weiteren Verwendung auf die Seite stellen.

Den Teig in 8 Teile a zirka 100 g teilen, locker rundschleifen und auf einem mit einer Backmatte ausgelegten Blech abgedeckt 60 Minuten gehen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. In dieser Zeit die Teiglinge leicht mit Mehl bestäuben

und mit dem Boden von einem Glas, das einen Durchmesser von etwa 5 Zentimeter hat in jeden Teigling eine tiefe Mulde machen.

Die Ränder 2x mit verquirltem Ei bepinseln, die Apfelfüllung in die Mulden verteilen

und die Streusel grosszügig darüber geben.

Das Blech in den Ofen schieben und ohne Schwaden 30 Minuten bei 180 Grad backen. Dabei das Blech nach 15 Minuten 1x drehen. Die Kolatschen sollten nach dem backen goldbraun sein. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und kurz vor dem servieren mit Puderzucker bestäuben.

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